Einleitend eine Episode, die sich ausserhalb der Werkstatt abgespielt hat:
Zufallsfund aus dem Zugfenster: Das alte Condor-Gebäude
Heute bin ich mit dem Zug vorbeigefahren – und plötzlich stand es da: das alte Condor-Gebäude. Condor war einer der bedeutenden Hersteller der Schweizer Ordonnanzräder. Hier wurden Fahrräder gebaut, die heute – Jahrzehnte später – noch immer fahren. Robust, schlicht, funktional.



So oft spricht man über Rahmennummern, Baujahre, Details an Gabeln oder Ausfallenden – und dann sieht man den Ort, wo ein Teil dieser Geschichte tatsächlich entstanden ist. Ein stiller Moment.
Mehr zur Geschichte von Condor: Link
Und noch eine Entdeckung: Cosmos
By the way: Auch das Cosmos-Gebäude steht noch.


Und die Firma existiert sogar weiterhin (Link). Das war mir ehrlich gesagt nicht bewusst.
Solche Momente mag ich.
Geschichte ist nicht nur Archivmaterial – sie steht manchmal einfach am Bahngleis.
Werkstatt-Fund: Pedale im Ausnahmezustand
Solche Stücke sieht man nicht alle Tage.


Wer alte Ordonnanz-Pedale kennt, weiss, wie sie normalerweise aussehen.
Ausgeschlagene Achsen. Abgegriffene Trittflächen. Verrostete Käfige.
Oft mehr Patina als Substanz.
Zum Vergleich habe ich rechts ein typisches, stark gebrauchtes Exemplar von 1934 gelegt. Genau so begegnen sie einem in der Regel.


Links dagegen: praktisch neuwertig.
Scharfe Riffelung. Kaum Abrieb. Keine verbogenen Stege. Gerade bei Pedalen ist das aussergewöhnlich. Sie gehören zu den am stärksten beanspruchten Bauteilen eines Fahrrads.
Als wären sie 90 Jahre lang einfach vergessen worden. Für mich ist das mehr als nur ein Ersatzteil. Es ist ein kleines Stück Industriegeschichte – konserviert im Originalzustand.
Noch ein Fund: seltene Prägung

Die Abkürzungen bedeuten sehr wahrscheinlich:
PAT. ANGEN. = Patent angemeldet
MOD. GESCH. = Modell geschützt
Rex ist der Hersteller (in Biel), welcher auch die Rex-Pumpen herstellte.
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